DoubleScope

Der Kurzfilm Osten wird das Ausspielformat 42:9 haben. Es beinhaltet einen Splitscreen mit jeweils einem Bild im Cinemascope-Format. Dieses neuartige Konzept nennen wir DoubleScope. Dem Erzähler/der Erzählerin bietet dieses Format die Möglichkeit, eine Geschichte aus verschiedenen Winkeln und Perspektiven zu präsentieren und Szenen noch detaillierter aufzulösen.

Dies erlaubt zweierlei grundsätzliche Möglichkeiten: Einerseits können Szenen aus zwei Kameraeinstellungen gezeigt und beleuchtet werden.

© Veronika Knaus | Sarah Maria Kaiser
© Veronika Knaus | Sarah Maria Kaiser

 

© Veronika Knaus | Sarah Maria Kaiser
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Andererseits wird es möglich, Zeitsprünge, Rückblenden oder Erinnerungen und die Reaktion des Protagonisten im Jetzt gleichzeitig darzustellen.

Diese Art der Sequenzen werden sich im Laufe der Erzählung abwechseln. Ziel des Formats ist es, eine komplett neue und einmalige Erzählweise auszuprobieren und somit eine neuartige Filmrezeption zu ermöglichen. Das DoubleScope Format bietet dem Publikum mehr Atmosphäre, eine offenere Erzählung und vielschichtigere Eindrücke.Das gesamte Filmteam ist dadurch gefordert, sowohl strukturierter, als auch kreativer zu denken. Zum einen ergeben sich größere Möglichkeiten für den Drehbuchautoren/die Drehbuchautorin, da im DoubleScope Format mehr Zeit- und Bildebenen erzählt werden können, als bei einem herkömmlichen Film. Zum anderen resultiert daraus eine größere Gestaltungsbreite für das Regie- und Kamerateam. Erinnerungen und Erinnernde, Traumsequenzen und Träumende können nebeneinander stehen und gleichzeitig erzählt werden. Skurrile Bilder können neben eindeutigen stehen und so die Zuschauer verwirren, leiten oder mehrere Interpretationsmöglichkeiten bieten. Deshalb muss der Dreh aber umso strukturierter ablaufen, da stets mit zwei Kameras aus zwei verschiedenen Perspektiven gedreht werden soll. Somit muss schon im Vorfeld jede Einstellung durchdacht sein, vom Bildausschnitt bis hin zur Lichtsetzung. Auch im Schnitt bietet das Format mehr Gestaltungsmöglichkeiten. Das Cutterteam kann mit dem Splitscreen spielen. Ein Schauspieler, der über die Straße läuft kann den zweiten Scopescreen im Laufen aus dem Bild schieben, die zwei einzelnen Bilder können ab und zu ein Ganzes ergeben und die Schnittgeschwindigkeit kann auf beiden Seiten unterschiedlich sein und somit zwei Stimmungen gleichzeitig vermitteln. Um überfordernde Reizüberflutung zu verhindern müssen Schnitte jedoch mit Bedacht gesetzt werden.Die Neuheit dieses Formats setzt uns vor technische Herausforderungen in der Präsentation. Ein herkömmlicher Bildschirm bietet eine relativ kleine Fläche für das 42:9-Format. Wir planen deswegen eine Kooperation mit dem Hildesheimer Thega Filmpalast, sowie eine Open Air Projektion mit zwei großen Leinwänden, um das extrem breite Bild eindrucksvoll präsentieren zu können.